Oomph!

Oomph!

03.13.2019, DER HIRSCH, NÜRNBERG

30 Lenze haben die gebürtigen Wolfsburger schon auf dem Buckel und noch nichts von ihrem Schwung verloren. Ihr 13. Schaffenswerk „Ritual“ katapultiert die NDH-Veteranen direkt auf den ersten Platz der Chartplatzierungen. So ist es kaum verwunderlich, dass der Hirsch an diesem Abend aus allen Nähten platzt. Die im Mittel Ü30er-Fangemeinde stehen schon dicht an dicht als Punkt 20 Uhr die Aufwärmphase beginnt. Den Support gibt diesmal die Band Nervenbeisser und startet den Abend mit dem Opener „Liebesschmerz“ gefolgt von „Alles gut“. Ob nun wirklich alles gut an der Vorband ist mag jeder selbst beurteilen. Der Sänger Olaf bemüht sich zumindest sichtlich bemüht das
Publikum für den Main-Akt vorzubereiten. Kurzes Umbauintermezzo – dann erstürmen Oomph! die Bühen! Was für ein Vergleich, sofort ist Stimmung im Laden, das Publikum ist da und geht ab. Dero, Flux und Crap haben es nicht verlernt.

Mit TRRR-FCKN-HTLR ballern sie uns mit voller Wucht die Bässe in die Magengrube. Weiter ging die wilde Fahrt durch die BestOf der Bandgeschichte. Es folgten „Labyrinth“, „Träumst du“ und „Jetzt oder nie“ wobei die Fanbase textsicher das Treiben bekleidet. Flux und Crap, die beiden Bösewichter, greifen mächtig in die Saiten. Dero, der mich mit seiner Frisur an eine Mischung von Ross Antony und Harald Glööckler erinnert, fordert unermüdlichen zum Mitklatschen, Springen, Singen und Hände in die Luft recken auf.

Mit „Der neue Gott“ und „Mein Herz tiefer“ werden auch die früheren Machwerke aus dem Sack gelassen. Mittelweile die totale Euphorie im Saal. Bei „Niemand“ begibt sich Dero ins Publikum und lässt sich von der begeisterten Menge tragen. Ausschließlich akustisch geht es kurz mit „Auf Kurs“ und „Fieber“ weiter und es darf auch mal zum Feuerzeug gegriffen werden. Danach wird mit „Gott ist ein Popstar“ wieder volle Fahrt aufgenommen und der Meister greift selbst auch gern hier und da zu den Drumsticks und drescht wie besessen auf die zwei Trommeln vor ihm ein.

Aber auch jeder noch so gelungen Konzertabend geht einmal zu Ende. So lassen sich die letzten drei
Stücke gut in einen Satz zusammenfassen: „Augen auf, mein Schatz, als wärs das letzte Mal“.

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